Google Fonts – Kostenlose Schriften für dieses Internet

Die Welt vor Google Fonts war ziemlich grau. Es gab eine Hand voll Schriften die zur Verfügung standen um Webseiten zu gestalten. Darunter typografische Wunderwerke wie die Comic Sans und die Times New Roman.

Die Welt vor Google Fonts war ziemlich grau. Es gab eine Hand voll Schriften die zur Verfügung standen um Webseiten zu gestalten. Darunter typografische Wunderwerke wie die Comic Sans und die Times New Roman.

Im Webdesign verwendete man zunächst nur Schriften die auch auf allen Client Rechnern verfügbar waren. Im Endeffekt blieb nicht mehr viel übrig wie Verdana, Arial und Helvetica.

Es war die Zeit der Broserkriege wo Microsoft mit dem Internet Explorer und Netscape mit dem Netscape Navigator um die Vorherrschaft kämpften. Beide Browser verfügten über die Technologie Schriften einzubinden aber irgendwie hat lange Zeit keiner probiert Dornröschen aufzuwecken. Das Problem war wie so oft in der Geschichte der Technik, verschiedene Schriftarten Formate die unterstützt wurden. Und diese Schriften konnte man auch nicht so ohne weiteres irgendwo lizenzieren.

In dieser Zeit gab es so zauberhafte Blüten in denen man Überschriften als Grafik. Das in Europa beliebte Content Management System Typo3 hatte das damals implementiert. Der User konnte TrueType und PostScript Schriften hinterlegen und das System renderte entsprechende Überschriften dann einfach als Grafik.

2007 Passiert dann etwas unglaubliches, die Herrschaften bei Apple implementierten in Ihren auf Webkit basierenden Browser die Einbettung von OpenType- und TrueType-Schriften. So ganz wie es die Designer dieser Welt kannten. Diese Tatsache führte dazu das in den folgenden Jahren alle Beteiligten der Industrie sich endlich zu einem einheitlichen Format geeinigt hatten. Im Jahr 2009 wurde das Web Open Font Format geboren bekannt als WOFF.

Es dauerte dennoch ziemlich lange bis die Schriftenhersteller ihre Schriften als Webfont herausbrachten. Heute bekommt man Schriften wie Sand am Meer. Zahlreiche Webfont-Anbieter wie Typekit, MyFonts, FontShop, Linotype, fonts.com, Fontspring, Typotheque, FontSquirrel machen es im Webdesign relativ einfach Schriften legal zu lizenzieren.

FontSquirrel hatte relativ früh auch die Funktion Webfonts aus anderen Schriftformaten zu konvertieren. Lange Zeit galt das Tool als Mittel der Wahl Schriften ins Web zu bringen wenn man es mit der legalen Verwendung nicht ganz so genau nahm.

FontSquirrel hat eine zusätzliche Funktion welche Schriften anhand von Screenshots identifiziert werden können. Naja das funktioniert noch nicht ganz so genau, aber man bekommt verschiedene Schriften vorgeschlagen die ähnlich sind. Unter den Vorschlägen sind oft auch günstigere Schriften von kleinen Herstellern.

2010 Google Fonts erblicken das Licht

Der ganz große Moment für Webfonts ist 2010 gekommen nachdem Google Schriften veröffentlichte die man frei verwenden kann. Sowohl im Web als auch auf dem heimischen Rechner.

So ganz selbstlos hat Google das natürlich nicht gemacht, durch die direkte Einbindung der Schriften über die Server von Google ist google in der Lage viele schöne Userdaten zu sammeln und zu verfolgen. Eine aktuelle Nachricht (März 2021) berichtete vor kurzem das google die Website übergreifende Tracking nicht mehr praktizieren möchte. Es ist in diesem Kontext spannend wie sich das bei den Google Fonts auswirken wird.

Die Datenschutzgrundverordnung hat Webdesign Agenturen und Webdesigner in der europäischen Union so oder so zum handeln gezwungen. Diese sollten Google Schriften lokal in Ihr Projekt einbinden um das Tracking zu umgehen. An dieser Stelle sei das Tool google-webfonts-helper genannt mit welchem man google Fonts auf einfache Art und weise für die Verarbeitung auf der eigenen Website downloaden kann.